Die inzwischen schon traditionelle SPOT ON DENMARK-Nacht steht wieder an. Im Rahmen des Reeperbahn-Festivals präsentieren MXD (Music Export Denmark) und Rosa (The Danish Rock Council) vier Bands, die das aktuelle Spektrum der dänischen Musikszene zumindest annähernd widerspiegeln. Die Musikerinnen und Musiker wurden speziell ausgewählt von einer Jury aus bekannten deutschen Musik- und Kulturjournalisten, die sich auf dem Spot Festival in Aarhus, der großen Bühne für den skandinavischen Nachwuchs, eine Menge Bands angehört und am Ende aus vielen Bewerbern diese Auswahl getroffen hat. Als da in alphabetischer Reihenfolge wären:
Darkness Falls: Josephine Philip und Ina Lundgren kommen aus Kopenhagens wunderbarer Musikszene und haben sich in der All-Girl-Ska-Band Favelachic kennen gelernt. Die beiden haben sich zusammengetan, um gemeinsam ihrer Leidenschaft für dramatischen und atmosphärischen Post-Pop zu frönen. Bratzgitarre, gespenstischer Synthie-Sound, ein knirschendes Schlagzeug und betörender Gesang sind das Markenzeichen von Darkness Falls. Ihr magisch-mystischen Songs schreiben Josephine und Ina gemeinsam. Verführerischer Popsound verwandelt sich unmerklich immer mehr in Lärm, um sich daraufhin wieder umso heller und klarer daraus hervorzuschälen. Der gefeierte Musiker und Produzent Anders Trentemøller hat Darkness Falls diesen unglaublichen Klang auf den Leib geschneidert, und live sind die erfahrenen Damen über jeden Zweifel erhaben. Im Herbst wird ihr Album auf HFN Music erscheinen.
Lucy Love: Lucy Love ist ein ganz anderes Kaliber. Sie ist die Tochter einer englischen Mutter und einem sambischen Vater (der nebenbei gesagt als DJ Funky Ronnie aktiv war), lebt in Kopenhagen und schreckt vor nichts zurück. Rappen kann sie. Electronica sind ihre Vorliebe. Dub ist ihre Leidenschaft. Grime ist der Kanal für ihre offensive Art. Produzieren kann sie. Anders gesagt: Lucy Love ist eine der führenden Figuren der dänischen Clubszene und hat es damit bis auf die Bühnen in Roskilde geschafft. Aber vielleicht lässt man sie am besten selbst zu Wort kommen: „With underhanded tactics / I’ll make you and your crew melt like plastic / I’ll light up the room without using matchsticks / and when their heads turn they’ll say that girl’s fantastic / she spits rhymes that are so elastic.“ Diese Frau fügt dem Abend einen ganz besonderen Flair hinzu.
The Malpractice: In den letzten Jahren prophezeiten einige Leute, dass Johannes Gammelby eines Tages großartige Songs schreiben würde. Als Frontmann der hoch geschätzten (und aufgelösten) I Am Bones hat er sich viele Anhänger erspielt. Mit The Malpractice hat sich sein nun Talent voll entfaltet, indem er umwerfende Melodien und den Sinn für kraftvolle Einfachheit verbindet. Gammelby bekennt sich zu seiner Liebe zeitgenössischen R’n’B und versucht nicht länger, in Opposition zum Pop zu gehen. Dass er dennoch ein eigensinniger Songwriter bleibt, garantiert nur die Klasse seiner Songs. Er dekonstruiert Popmusik von innen. Er ist wie ein Justin Timberlake, den Mut besitzt, eine schneidende Gitarre über einen tanzbaren, catchy Popsong zu legen. The Malpractice sind einzigartig gut.
Treefight For Sunlight: Die Schwindel erregende Popmusik von Treefight For Sunlight ist wie eine sonnenbeschienene Achterbahnfahrt, deren Bögen, Kurven und Wirbel durch eine bessere Vergangenheit führen. Aus der breiten Palette der Rock- und Popgeschichte wird Faden für Faden herausgelöst und neu zusammengewebt. Da hört man die Harmonien des kalifornischen Pop, die epischen Arrangements von The Turtles, die Paisley Underground Szene der 80er, da spürt die Schule der Flaming Lips genauso wie der von MGMT. Einfach vielschichtige, süße, energetische und aufregende Musik, die von vorne bis hinten Spaß macht. Ihr Album erschien auf Bella Union und Live – Erfahrung konnte die Band u.a. schon mit Shows mit The Walkmen und Tame Impala sammeln.
Treefight for Sunlight Musikvideo
Stattfinden wird der dänische Abend am 24.September , wie auch schon im letzten Jahr, im Indra !
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